Gummibären, Behinderung und Integration

Sabine Gerdes, Hamburg, Gummibären-Institut, 1997



Inhalt

  1. Ausgangssituation
  2. Gummibären und Behinderung
  3. Gummibären und ihr Erscheinungsbild
  4. Gummibären und Homo ludens
  5. Gummibären und Homo faber
  6. Gummibären und Integration

1. Ausgangssituation

Es wurde über Jahrzehnte der Gummibären-Existenz davon ausgegangen, Gummibären hätten keine Behinderung, infolge dessen sei auch keine Integration behinderter Gummibären erforderlich. Selbst seit Bestehen der Gummibären-Forschung wurde diesem Thema wenig bis gar keine Aufmerksamkeit geschenkt. Die Notwendigkeit, das Integrationsverhalten der Gummibären zu erforschen, hat sich eher zufällig durch den Nachweis der Existenz blauer Gummibären ergeben, siehe S. Gerdes: Gummibären und parapsychologische Phänomene, Hamburg, 1997.

2. Gummibären und Behinderung

Testreihen belegen, daß Gummibären rein äußerlich unbehindert wirken. Dies ist auf die visuelle Wahrnehmung der ForscherInnen zurückzuführen. Forschungsreihen über das Verhalten der Gummibären hätten jedoch vom Zweifel rein unbehinderter Gummibären begleitet sein können. Der herausragende Nachweis von Döring (Die sexuellen Phantasien der Gummibärchen, Bonn, 1997), Gummibären sind dem menschlichen Speichel freudvoll entgegenfiebernd und lassen sich lustvoll zermalmen, hätte Zweifel aufkommen lassen können, ob Gummibären insgesamt als unbehindert zu betrachten sind.

Aufmerksame LeserInnen und ForscherInnen zum Thema Ursus elasticus vulgaris können weitere Hinweise entnehmen bei:

3. Gummibären und ihr Erscheinungsbild

Aufgrund des gleichmäßigen Erscheinungsbildes verschiedener Colorations-Populationen läßt sich folgende These aufstellen, von der bis zu dem Nachweis der Existenz blauer Gummibären ausgegangen wurde:

Alle Gummibären in handelsüblichen Tüten (10 x 15cm) sind unbehindert.

Die Antithese lautet folgerichtig:

Alle Gummibären in handelsüblichen Tüten (10 x 15cm) sind behindert.

4. Gummibären und Homo ludens

Eine Teilpopulation der Gummibären reagieren äußerst empfindsam auf Speichelfluß und entziehen sich als Schutzmaßnahme zum Weiterbestand der Gummibären-Populationen sofort der visuellen Farbwahrnehmung bis zur völligen Auflösung, siehe S. Gerdes, Parapsychologische Phänomene bei Gummibären, Hamburg, 1997. Es handelt sich hier um die blauen Gummibären, also um eine Spezies der Ursus elasticus vulgaris, die deutlich andere Verhaltensweisen als die anders colorierte Population aufweist.

Es ist davon auszugehen, daß blaue Gummibären entgegen der andersfarbigen Spezies genetisch verankerte Verhaltensformen und Erscheinungsformen entwickelt haben, um den Weiterbestand der Tüteninhalte zu sichern. Dies ist nach allen bisher vorliegenden Ergebnissen aus sozialer Verantwortung für den Weiterbestand der Spezies Homo ludens entstanden.

In Testreihen bei sich unbeobachtet fühlenden blauen Gummibären wurde immer wieder folgender Sprachgebrauch vorgefunden, der sich eindeutig auf die menschliche Population in Gummibären-Einzugsbereichen bezieht:

"Diese Luder gehen mir auf den Gummigeist!"
"Hast du heute schon Luder Heike im Internet getroffen?"
"Hast du die neuesten Ludernachrichten von Nicola gelesen?"
"Bist du schon über die Forschungsergebnisse von Luder Peter aus Bielefeld informiert worden?"
"Völlig verludert, dieses Institut."

Diese Reihe läßt sich beliebig fortsetzen

5. Gummibären und Homo faber

Während blaue Gummibären sich um den Erhalt des Homo ludens verdient machen, sind andere Colorationen eher unterwürfig dem Homo faber zuzuordnen. Dies ist als Ursache für die freudvolle Speichel- und Malmlust zu werten. Es ist immer wieder zu beobachten, daß die Spezies Homo faber glaubt, einer bedeutungsvollen Aufgabe nachzugehen. In Gedanken versunken zermalmt der Homo faber speichelnd tütenweise verschiedene Farbpopulationen von Gummibären und führt sie weiteren Verdaungssäften zu. Insbesondere hier ist in Testreihen immer wieder das Phänomen der plötzlichen Tütenleere vorzufinden, da blaue Gummibären in ihrer transparenten Erscheinungsform das Weite gesucht haben. Leider kann die Beziehung zum Homo faber nicht sprachlich wiedergegeben werden, da bisher nur von blauen Gummibären sprachliche Ausdrucksformen nachgewiesen werden konnten. Vorstellbar wären jedoch Äußerungen wie:

"Fabelhaft faberhaft, er beißt mich."
"Oh, Homo faber, fabär, äh.........quietsch."

6. Gummibären und Integration

Mit Ausnahme der blauen Gummibären weisen alle Tütenpopulationen vergleichbares Verhalten auf. Hier ist zu klären, ob blaue oder andersfarbige Populationen als behindert oder nicht behindert zu werten sind. Nach bisherigen Untersuchungsergebnissen ist anzunehmen, daß jede Populationsform, ob nun dem Homo faber oder dem Homo ludens zugewandt, als behindert und dabei als maximal integriert zu gelten hat. Insbesondere ihr auffälliges Helfersyndrom bezogen auf den Homo generell gibt darauf Hinweise:

Falls überhaupt eine Gummibären-Spezies auch nur tendenziell als nicht behindert angesehen werden darf, ist dieses die blaue Spezies des Ursus elasticus vulgaris, da von dieser Spezies das Überleben der Spezies schlechthin abhängig ist.

Die offensichtlich gelungene Integration des Homo ludens und Homo faber in die Welt der Gummibären läßt hier auf ein hohes soziales Fähigkeitspotential schließen, es sei denn Gummibären fühlen sich der Spezies Homo gegenüber generell als überlegen. Andererseits haben Testreihen belegt, daß sich die Spezies Homo nicht durch die Gummibären benachteiligt, übervorteilt oder ausgenutzt fühlt. Hier ist noch zu überprüfen, ob es sich unter Testbedingungen anders darstellt, da eine Benutzung des Homo durch Gummibären eventuell zu deren Weiterbestand beiträgt. Dies könnte allerdings eher eine Frage der Symbiose als der Integration sein. Ein weiterer Hinweis auf das optimale Integrationsvermögen von Gummibären ergibt sich aus dem Zusammenleben mit Colorado-Konfekt in Tüten. Allerdings wurde hier ein erhöhter Anteil transparenter Bären beobachtet, was ein Hinweis auf die besondere Integrationsfähigkeit blauer Bären sein könnte.

Abschließend läßt sich feststellen, daß sich die Frage nach Behinderung und Integration nicht eindeutig klären läßt, was wiederum ein Hinweis auf ein optimales Ergebnis gelungener Integration sein könnte.


last update: HG, 18.10.99