Während im humanen Bereich zunehmend männliche Modelle werbemäßig auftreten, bleibt der Einsatz von Gummibären in der Werbung der weiblichen Seite vorbehalten. Verantwortlich dafür ist ein ganzes Ursachenbündel.
Die GB-Forschung hat einen hohen Stand erreicht. Über die Basisarbeiten hinaus (Aus dem Leben der Gummibärchen, Traxler, Zürich, Diogenes, 1992) hat eine Vielzahl von Forschungsthemen Licht und Wissen in einen Bereich gebracht, der noch vor Jahren einigen wenigen dunklen Kinderhosentaschen vorbehalten war. Erstaunlich ist jedoch, daß zwar in einigen Arbeiten über Populations- und Fortpflanzungsaspekte geforscht wurde (siehe Einfluß der Tütenzugehörigkeit auf das Sozialverhalten der Gummibärchen), jedoch niemandem bisher aufgefallen ist, daß Gummibärchen ausschließlich eingeschlechtlich, und zwar weiblich, sind. Einer der wichtigsten Hinweise (der Blick auf die Gummibärchenbrust und den Gummibärenunterleib) hätte schon vor langer Zeit Aufschluß darüber gegeben. Und dieser Blick ist unverbaut, da Gummibärchen sowohl während heller als auch dunkler Tagesstunden natürliche Nacktheit innerhalb und außerhalb ihrer Tüten bevorzugen.
Bisher ist noch kein einziges männliches primäres Geschlechtsteil entdeckt worden (Hinweis 1). Die beiden Ausbuchtungen auf der Gummibrust wurden zwar, um die natürliche Nacktheit zu kaschieren, vornehmlich von feministischen Gruppen als Armansätze bezeichnet (Hinweis 2), stellen jedoch selbst für Nichtfachleute deutlich erkennbar zwei in der Regel ideal geformte weibliche Brüste dar.
Eine ganze Reihe von weiteren Fakten stützen dieses gar nicht überraschende Ergebnis: Die in der Arbeit "Implizites Gedächtnis bei Gummibärchen" festgestellte Orientierungslosigkeit und das mangelnde Vermögen, den richtigen Weg zurück in die Tüte zu finden, ist typisch für das weibliche Geschlecht. In der Arbeit "Kommunikation und Ausdrucksverhalten von Gummibären" wurde festgestellt, daß eine direkte sprachliche Kommunikation auf ein Nichts reduziert scheint. Ein weiterer Hinweis. Auch die Tatsache, daß eine Spezies in sehr unterschiedlichen Farben auftritt, die zudem modischen Schwankungen unterworfen sind, spricht für den weiblichen Charakter.
Nachdem damit eindeutig festgestellt werden konnte, daß der ausschließliche Einsatz von weiblichen Gummibärchen nicht einer Chauvinisten Weltanschauung, sondern der biologischen Ausgangssituation entspricht, lassen sich vorurteilslos die Vorteile des weiblichen Gummibärchenmodells zusammenfassen:
Allerdings muß in einigen wenigen Grenzfällen vom Einsatz weiblicher Gummibärchenmodells abgeraten werden:
In einer Versuchsserie von 42 (vgl. Per Anhalter durch die Galaxis, D. Adams) Versuchsobjekten konnte ermittelt werden, daß trotz der natürlichen Nacktheit in allen öffentlichen und nichtöffentlichen Auftritten (Ausnahme siehe Abschnitt 3) selbst unter Blitzlichtgewitter keine schamhaften Verfärbungen zu Rottönen hin bemerkt werden konnten. Mit Ausnahme der bereits roten Gummibären, die sich wegen des Schamdauerzustandes am besten für Einsätze in humanitäten Bereichen (Werbung für "Das rote Kreuz") eignen, behielten alle GB ihre Farbe bei. Bei einigen wenigen farblosen GB, vornehmlich aus dem politischen Bereich stammend, war eine gewisse Verhärtung der ansonsten eher gummiplastischen Gummibärchengrundmasse bei der Konfrontation mit der Öffentlichkeit festzustellen.