Kommunikation und Ausdrucksverhalten von Gummibären
Vorbemerkung
Mir ist aufgefallen, daß auf Eurer Gummibären-HomePage das offene Forschungsgebiet der Kommunikation und des Ausdrucksverhaltens von Gummibären angesprochen wird. Dazu meine eigenen Beobachtungen (ich hoffe die GB-Forschung damit voranzubringen).
Akustische Kommunikation
In allen sehr verschieden großen Gruppen, in denen der Gummibär anzutreffen ist, fällt die gleichförmig karge akustische Kommmunikationsstruktur auf. Die direkte sprachliche Kommunikation scheint auf ein Nichts reduziert zu sein. Im direkten Kontakt miteinander ist jedoch manchmal ein Quietschlaut zu vernehmen. Beim Trennungen zweier Partner wird häufig ein Geräusch hörbar, das an das Ablösen von Klebeband von einer Tischplatte erinnert. Die Analyse dieser und anderer Gummibärsignale wurde in unseren Laboratorien mittels HRCAFA (High Resolution Computer Aided Fourier Analysis) durchgeführt und in langjähriger Arbeit verfeinert. Bis jetzt konnten wir jedoch noch nicht alle Signale eindeutigen Aussagen zuordnen.
Körpersprache
Beim ersten Anblick einer Gummibärchengruppe fallen die unterschiedlichen Färbungen Ihrer zumeist nackten Körper auf. Nachdem vergeblich versucht wurde, die Färbung durch statistische Häufigkeitsanalysen von Vergleichgruppen zu klassifizieren, blieb nur noch die Möglichkeit, die Gummibären in verschiedene künstliche Situationen zu versetzen, um herauszufinden, ob Ihre Färbung eventuell auf Ihren inneren Zustand zurückschließen ließe. Dabei kristallisierte sich folgendes Ergebnis heraus:
- weiße Färbung:
Dieser Gummibär befindet sich im Ruhezustand. Es ist noch nicht ganz klar, on dieser Zustand mit dem Schlafzustand andere Spezies gleichgesetzt werden kann.
- gelbe Färbung:
Das ist der Normalzustand eines Gummibären. Er ist wach, beobachtet seine Umgebung und ist sensibel für äußere Stimulation.
- rote Färbung:
Der Gummibär ist erregt. Dieser Zustand wird zum Beispiel beim Öffnen ihrer Behausung (Tüte) begünstigt. Es färben sich beim Öffnen der Tüte unserer Theorie zur Folge jedoch nur solche Gummibärchen rot, die a) vorher gelb waren und b) sich in dem Teil der Tüte befanden, der von außen nicht sichtbar ist. Daher ist eine direkte Überprüfung dieser Theorie nicht möglich. Wir finden hier ein Analogon zu dem quantentheoretischem Gedankenexperiment "Schrödingers Katze".
- orange Färbung:
Während der Übergang zwischen den Farben Weiß, Gelb und Rot auf der biochemischen Ebene eine signifikante Aktivierungsschwelle überschreiten muß und daher als metastabil betrachtet werden kann, ist der Übergang zwischen Gelb und Rot durch eine so geringe Aktivierungsschwelle getrennt, daß diese im Regelfall durch thermische Fluktuationen übersprungen werden kann. Dies gilt natürlich streng genommen nur für endliche Temperaturen. In der Nähe des absoluten Nullpunktes müßte es möglich sein, den aktuellen Zustand einzufrieren. Die sehr hohe Wahrscheinlichkeit für den angesprochenen Phasenübergang führt zur Entartung des Gelb/Rot-Energieniveaus und damit gleichbedeutend mit einer Anregung einer Farbgrundschwingung sehr hoher Frequenz, die mit dem bloßen Auge nicht aufgelöst werden kann und daher die beteiligten Farben zu einem Orangeton verschmelzen läßt. Daß dennoch gelbe und rote Färbung in Reinkultur beobachtet werden kann, liegt an einer häufigen Störung der gummiplastischen Pseudokristallstruktur der Gummibärchengrundmasse, die eine gegenläufige Anisotropie des Gefüges hervorruft und damit zur Aufhebung der Entartung des Gelb/Rot-Niveaus beiträgt.
- grüne Färbung:
Der Gummibär fühlt sich unwohl. Für diesen Zustand kann eine Vereinsamung, aber auch zum Beispiel eine zu dichte Population verantwortlich sein. Einige sensible gelbe Gummibären wechseln aktiv zur grünen Färbung, um ihre Gesinnung nach außen zu tragen. Wir nehmen an, daß diese Gummibären damit gegen die "naturidentischen Aromastoffe" (in Österreich und der Schweiz "künstliche Aromastoffe") protestieren wollen.
Andere Elemente der Körpersprache des Gummibären sind ähnlich karg beschaffen wie ihre sprachliche Kommunikation. Man findet jedoch gebückte und aufrechte Körperhaltungen sowie Torsionen um die Körperhauptachse. Diese Haltungen können mit einiger Vorsicht als Symbole ihrer hierachischen Position innerhalb ihrer "Hackordnung" gedeutet werden.
Sonstiges
Diese Beobachtungen stammen von Dr.rer.nat. Otto Jusko,
Physikalisch-Technische Bundesanstalt,
Labor 5.21,
Bundesallee 100,
38116 Braunschweig.
Den Autor erreichten bereits einen Tag nach dem Absenden seiner Beobachtungen die ersten Anfragen bezüglich der in der ersten Version nicht erwähnten orangen Färbung von Gummibären. Dieser Mangel ist nun beseitigt.
erstellt: 29.2.96 by OJ & JF,
letzte Änderung: 9.1.03 by HG