Holger Pastillé
Institut für Technische Akustik an der TU Berlin
Die bisherige wissenschaftliche Arbeit der Gummibärenforschung beschäftigte sich mit Psychologie, Sexualverhalten und Farbensehen. Über das Hörvermögen der Gummibären gibt es bis jetzt noch keine Aussagen. In dieser Arbeit ist das Gehör der Gummibären untersucht worden, es werden Aussagen zur Hörschwelle und zum Richtungshören getroffen.
Theoretisch lassen sich schon die Grenzen der Richtungswahrnehmung aus dem mittleren Ohrabstand bei GB bestimmen. Bei einer Versuchsgruppe (Tüte) wurde der Abstand von 9 mm ermittelt, daraus folgt eine L/R-Wahrnehmung ab 38,1 kHz. Da diese Frequenz im Ultraschallbereich liegt, ist zu vermuten, daß bei GB die Hörorgane stark verkümmert sind. Daraus ist wiederum zu vermuten, daß die anderen Sinnesorgane stärker ausgeprägt sind (Forschungsneuland!).
Aus einer durchschnittlichen Population (Tüte) wurden jeweils 8 Probanden einer Farbe (wobei sich wieder feststellen ließ, daß die Anzahl der weißen Bären geringer ist als die der anderen Bären, dieses ist dem Autor schon in jahrelangen Vorversuchen aufgefallen). Den 40 Vpn wurden im reflexionsarmen Raum Töne und Geräusche unterschiedlicher Frequenz und Länge aus unterschiedlichen Richtungen dargeboten. Die Wahrnehmung selbst wurde (wie beim neugeborenem Homo sapiens sapiens) durch eine Veränderung des Gesichtsausdrucks oder einer Kopfbewegung detektiert. Die Bestimmung der Hörschwelle erfolgte mit Sinustönen bis 50 kHz unter Verwendung von Ultraschall- Piezostrahlern, die Frequenz der Sinustöne wurde von einem Zufallsgenerator festgelegt.
Es zeigte sich, daß:
Die Einspielung der kreischenden Stimme eines blonden TV-Moderators, der auch Werbung für GB macht, führte zu neurotischen Zuständen der Vpn mit der Folge, daß sie mit Aufessen aus dem Versuch entfernt werden mußten.
Die Richtungswahrnehmung erfolgte, wie zu erwarten war, ab 38,1 kHz. Hier zeigten die Vpn durch eine Kopfbewegung die Wahrnehmung deutlich an. Es ergibt sich für die Population folgende Ohrkurve
GB sind damit (im menschlichen Sinne) als schwerhörig zu bezeichnen. Der empfindlichste Punkt liegt bei 18 kHz. Damit erklärt sich auch eine Entdeckung des Autors
bei einem Freund: Eine dort gelagerte Tüte GB wurde geöffnet, die Bären waren nur noch als verängstigte Masse zu sehen. Der Geschmack der Bären ließ ebenfalls stark zu wünschen übrig. Erklärung für diese Anomalie ist der "singende Zeilentrafo" des älteren Fernsehgeräts des Freundes. Die armen GB waren wochenlang einer akustischen Folter ausgesetzt!
Gummibären sind schlecht hörende Wesen. Die Entwicklung eines Stereokopfhörers ist sinnlos. Will man den Bären eine Freude machen, sollte man auf defekte Fernsehgeräte, laute Musik und bestimmte Fernsehmoderatoren in ihrer Gegenwart verzichten.
Kontakt: Holger Pastillé,
Institut f. Techn. Akustik an der
TU Berlin