So lange ist es nun schon her, seit ein paar Kinder in einem Lebensmittelregal einer Süßwarenabteilung die ersten Gummibärchen entdeckten. Dieses nicht mehr genau zu datierende, nur ungenau überlieferte Ereignis muß heute als die Geburtsstunde jedweder Gummibärchen-Forschung bezeichnet werden.
Von Anfang an haben diese bunten, unförmigen Glibberknubbel nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, unter ihnen auch einige Forscher, interessiert. Anfangs war dieses Interesse noch rein genüßlicher Natur: Man aß sie, zerbiß sie, lutschte sie, ließ sie im Munde zergehen. Am Anfang stand also die einfache und schlichte Feststellung: "Gummibärchen schmecken gut."
Die Wende hin zu ernsthafter Forschung kam, als zufällig entdeckt wurde, daß Gummibärchen sich im Wasser merkwürdig verhalten: Sie wachsen und werden krankhaft dick.

Mit dieser Entdeckung war dann auch das Interesse der Forscher geweckt. Besonders die Bonner Arbeitsgruppe hat die Forschungen vorangetrieben und das Thema "Gummibärchen" zu internationaler Anerkennung geführt.
In Bonn wurden die ersten systematisch kontrollierten Experimente durchgeführt, deren Ergebnisse publiziert, diskutiert und einer eher desinteressierten Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Was soll man tun, wenn das Thema, für das man sich so sehr begeistert, niemanden interessiert? Man muß es attraktiver gestalten. Und genau das wurde getan. Jeder Gummibärenpublikation wurde ab dann ein lebendes Exemplar beigelegt. Neue Zeitschriften wie "Der Gummibär", "Bonner Gummibären-Berichte", "Der moderne Gummibär", "G-Bär Aktuell" etablierten sich durch dieses Vorgehen schnell und erreichten Auflagenstärken, von denen andere nur träumen können. Auf Vorträgen der neu und zahlreich in Leben gerufenen, jährlich stattfindenden Fachtagungen wurden den Zuhörern Gummibärchen als Anschauungsmaterial gereicht. Angeschaut wurde allerdings weniger - es wurde geschmatzt, ja es entstanden während der Vorträge regelrechte Tumulte, da jeder die Chance witterte, umsonst an einen oder sogar mehrere der begehrten Bären zu kommen. Man mußte dann in der Folge dazu übergehen, die Bären vom Podium herab ins interessierte Fachpublikum zu werfen. Übrigens hat sich für diese Gummibärchen-Fachtagungen heute der Begriff "Karneval" eingebürgert.
Seit diesen wenig erfolgreichen Anfängen und den sich daran anschließenden tumultartigen Veranstaltungen, die ein immer größeres Publikum anzogen, hat sich viel getan. Heute ist die Forschung über Gummibärchen international anerkannt, und viele dieser ersten Bonner Experimente zum Verhalten der Gummibärchen gelten heute als Klassiker und sind in jedem Lehrbuch zu finden. Die wichtigsten Forschungsergebnisse aus Bonn finden Sie hier.