Neuere Forschungen zur
Klasse Elasto-ursina (Gummibären)

  von Heiko Leuchtenstern
  Sehr geehrte Damen und Herren !
  In den letzten Jahren hat sich das Wissen über keine Tiergruppe so explosionsartig vermehrt wie über die bislang relativ unbekannte Klasse der ELASTO-URSINEN. Neueste Entwicklungen auf dem Gebiete der systematischen Einstufung dieser Faunengruppe, die zum Teil noch geheim gehalten werden, haben trotz intensiver Bearbeitung noch lange nicht den Grad der Vollständigkeit erreicht hat, der für eine grössere Publikation ausreichend ist. Dennoch soll heute versucht werden, einige der bereits erarbeiteten Ergebnisse der laufenden Untersuchungen darzustellen. Der vorläufige Charakter der Ergebnisse tritt bereits dadurch zutage, daß stellenweise das Material noch nicht in eine allen Regeln der taxonomischen Gliederung gehorchende Form zu bringen ist. Bedauerlicherweise fehlen noch einige ,missing links', d.h. Verbindungsglieder, die den hier vorgeschlagenen Stammbaum absichern würden.
  Nach den bisher zur Verfügung stehenden Belegexemplaren stehen wir an der Schwelle eines evolutionären Sprunges, der in der Zukunft weitreichende Auswirkungen haben könnte. In einer von der Wissenschaft nicht erwarteten Formenfülle treten seit einiger Zeit Exemplare der Gruppe der ELASTO- URSINEN auf, deren Ursprünge weit in die vormenschliche Geschichte zurückreichen. Vor Jahrmillionen bereits entstanden, kannte man ihre Vorläufer bisher nur in zwei völlig unterschiedlichen Entwicklungslinien, von denen uns nur wenige Vertreter erhalten geblieben sind. Im Waldboden findet man die winzigen Tardigraden, jene Bärtierchen, die in fast mikroskopischer Kleinheit bis heute überlebt haben, während ihre stattlichen Verwandten, ausgestopft und in Rosa oder Hellblau, auf den Jahrmärkten zum Verkauf stehen. In durchaus geschichtlicher Zeit hat sich (wahrscheinlich aus der zweiten Gruppe) ein Seitenzweig herausentwickelt, der - mit neuen Überlebensvorteilen - eine ökologische Nische erobert hat.
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  Ordnung Eu-ursina (Echte Gummibären)
  Ordnung Gommo-Ursinae
  Ordnung Mikro-ursidae (Kleingummibären)
  Ordnung Gummotheria imperfecti
   

 

  Die Lebewesen, die heute näher besprochen werden sollen, gehören zur Abteilung Elastozoa, zu deutsch ,Gummitiere'. Daraus ist der Stamm Inflatilia bereits weitgehend wissenschaftlich abgesichert, diesbezügliche Veröffentlichungen sind in großer Zahl vorhanden (Literaturverzeichnis Nr. 237 - 893). Vertreter können an fast jedem Badeteich oder Schwimmbad in großer Zahl und unterschiedlichster Form beobachtet werden. Von größerer Bedeutung ist jedoch die zum selben Stamm Gummopoda gehörende Klasse Elasto-ursina (,Gummibären'). Die Zuordnung ist von der Wissenschaft bereits weitgehend anerkannt, Zweifel bleiben jedoch bei einigen Vertretern, über die ich am Ende noch kurz referieren möchte.
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Ordnung Eu-ursina (Echte Gummibären)

  Die erste Gruppe, die ich vorstellen will, ist die Ordnung Eu-ursina (Echte Gummibären). Diese Ordnung besteht aus den Familien Makro-ursidae (Große Gummibären) und Mikro-ursidae (Kleingummibären). Der Familie Makro-ursidae konnten bisher folgende Arten zugeordnet werden:
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Elasto-ursus rubens (Rötliches Gummibärchen)
  Das Rötliche Gummibärchen, auch genannt das Scheue Gummibärchen, zeigt eine ausgeprägte Neigung zur rötlichen Verfärbung. Dies rührt von einem nicht unerheblichen Gehalt von Cochenillerot A her, der auch die besondere Bevorzugung dieser Art durch die Damenwelt erklärt. Nach dem Motto ,Gleich zu gleich gesellt ich gerne' ziehen die durch Cochenillerot im Lippenstift gefärbten Lippen diese Bärchen geradezu magisch an.

Die genauere Untersuchung der Körperstruktur zeigen sich jedoch so deutliche unterschiede, daß sich eine Zuordnung zu unterschiedlichen Unterarten rechtfertigen läßt. Diese Differenzierung bezieht sich vorwiegend auf ihre Oberflächenstruktur. Während Elasto-ursus rubens subspezies hariboides durch eine völlig glatte Oberfläche auffällt, besitzt Elasto-ursus rubens ssp. trolloides eine rauhe, leicht weißlich überzogene Oberfläche. Nach einer noch unveröffentlichten Mitteilung meiner Kollegen Eyermann und Bittrich könnte es sich um einen Verdunstungsschutz ähnlich dem bei Edelweiß und Greisenkraut handeln, jedoch sind eigene Experimente zum Verdunstungsverhalten bei stärkerer Sonneneinstrahlung durch mangelnde Kooperationsbereitschaft der Versuchstiere noch gescheitert. Bereits nach kurzer Bestrahlungsdauer war es nicht mehr möglich, sie zur Untersuchung voneinander zu trennen. Geradezu blaß bleibt dagegen der nächste Vertreter.

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Achromo-ursus elasticus (Weißes Gummibärchen)
  Das Weiße oder Farblose Gummibärchen zeichnet sich durch völliges Fehlen von Färbung oder Pigmentierung aus. Nach anfänglich geäußertem Verdacht, daß es sich um eine Albino-Form handeln könnte, die den bereits beschriebenen Arten nahesteht, konnte nun die Abgrenzung als eine eigene Art eindeutig untermauert werden. Die Vererbung des Farbmerkmals folgt eindeutig den Mendelschen Regeln. Kreuzungen mit Vertretern der Schwesterarten führen nicht zu einer Aufhellung der Farben sondern ergeben stark marmorierte Hybriden. Ein weiteres, abgrenzendes Merkmal dieser Art ist außerdem eine extreme Dehnbarkeit aller Körperteile, die zuweilen zu grotesken Formen führen kann. Die beiden nächsten Vertreter scheinen auf eine relativ junge Artaufspaltung hinzuweisen.
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Elastoflavus elastoflavus (Gelbes Gummibärchen) und

Virido-ursus turquoides (Blaugrünes Gummibärchen)

  Diese beiden Arten besitzen einige gemeinsame Merkmale, die etwas Zweifel aufkommen lassen, ob es sich bereits um völlig getrennte Arten handelt, oder ob hier nur zwei relativ weit auseinanderentwickelte Unterarten durch eine kladistische Systematik künstlich getrennt werden. Die Verbreitungsgebiete beider Arten decken sich fast völlig. Da dieses parallel Vorkommen bereits seit langer Zeit in einem stabilen Zahlenverhältnis zu beobachten ist, kann die Unterteilung in zwei Arten unserer Meinung nach durchaus aufrechterhalten werden.

Gemeinsames Merkmal beider Arten ist das Auftreten des sonst in der Natur wenig verbreiteten Farbstoffes Chinolingelb. Bei Virido-ursus zeigen Feinanalysen noch einen Gehalt an Patentblau V, der - in wechselnden Mengen - die verschiedenen von grün nach blau gehenden Farbtöne hervorruft.

Beiden gemeinsam ist auch der Gehalt an Gelatine, der ihren Einsatz besonders bei der Behandlung von schütterem Haar und weichen Fingernägeln nahelegt.

Auch bei diesen beiden Arten finden sich einige Unterarten, die in räumlich begrenzten Gebieten vorherrschen (ökodominante Formen). Zu nennen wäre da einmal die Form Elastoflavus elastoflavus ssp. katjessis. Sie ist ein etwas weniger ausgeprägter und weicherer Vertreter dieser Art. Durch mechanische Verformung kann sie in sehr variable Körperzustände übergehen, die nur teilweise vollelastisch wieder verlassen werden, teilweise findet sich eine bleibende Verformung.

Elastoflavus elastoflavus ssp. trollides besitzt dagegen eine festere Struktur und als besonderes Merkmal eine granuläre Körperoberfläche. Seine Oberfläche ist mit hunderten von kleinen, kristallartigen Erhöhungen bedeckt. Genauere Analysen haben ergeben, daß es sich um Ausscheidungen von E 330 (Citronensäure) handeln muß. Der Sinn dieser Anpassung ist unter Wissenschaftlern noch etwas umstritten, doch scheint es sich nicht um eine Anpassung an den sauren Regen zu handeln. Bei Expositionsversuchen in Niederschlagsbereichen mit unterschiedlichen pH-Werten konnte keine signifikant bessere Auflösungsresistenz gegenüber Individuen ohne diese Oberflächenstruktur festgestellt werden.

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Ordnung Gommo-Ursinae
  Von Virido-ursus turquoides existiert die häufig vorkommende Unterart Virido-ursus turquoides ssp. haribensis. Der besondere Grünton dieser Gruppe wird durch ein spezielles Farbpigment hervorgerufen, das in der Bekleidungstechnik vorwiegend von Herstellern bestimmter blauer Beinkleider verwendet wird. Dieses verleiht der Unterart einen hellgrünen Farbton. Er besitzt einen deutlich höheren Gelbanteil als bei der Unterart Virido-ursus turquoides ssp. trollini mit einem intensiven Grünblau als dominierende Farbkomponente, hervorgerufen durch einen höheren Anteil an Patentblau V.
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Ordnung Mikro-ursidae (Kleingummibären)
  Der Ordnung Mikro-ursidae (Kleingummibären) konnte bisher nur eine Art zugeordnet werden, die sich aufgrund ihrer ausgesprochenen Umweltverträglichkeit einzigartig verhält.
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Orsettigommosi oekologales (Müsli-Bären)
  Diese recht kleinen ELASTO-URSINEN zeigen den Trend der Evolution der 90-er Jahre. Durch das Vorhandensein vieler biologisch-dynamisch abbaubarer Farbpigmente und das völlige Fehlen von in der Natur nicht vorgesehener Zusätze ist eine Entsorgung dieser durch entsprechenden Geschmack vor dem Verzehr geschützten Formengruppe auf einfache Weise möglich.

Die verschiedenen Subspezies unterscheiden sich hier nur geringfügig, so daß eine Untergliederung in einzelne Arten wenig sinnvoll erscheint. Eine Feinanalyse der Inhaltsstoffe sollte die Möglichkeit erschließen, eventuell chemische Rassen zu isolieren. Bei Doppelblindversuchen [ ] wurde jedoch festgestellt, daß der Anteil der unterschiedlichen Bestandteile eine derartige Differenzierung nicht stützt. Es ließen sich lediglich folgende Extrakte in wechselnden Mengen feststellen:

  • Curcuma-Wurzelextrakt
  • Paprika-Extrakt
  • Hibiskus-Extrakt
  • Rote-Beete-Saft
  • Brennessel-Extrakt

Gegen eine Aufspaltung in verschiedene Subspezies spricht auch eine weitere Beobachtung. Als Oberflächenbedeckung konnte bei allen Vertretern eine gleichartige, dünne Schicht Carnauba-Wachs festgestellt werden. Dieser Verdunstungsschutz regelt offensichtlich das osmotische Gleichgewicht. Das Vorhandensein dieses Merkmals bei allen Vertretern stützt eher die Zuordnung zu einer einzigen Art.

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Ordnung Gummotheria imperfecti
  Zum Schluß muß ich noch einige Formen erwähnen, die bisher noch nicht eindeutig zugeordnet werden konnten. Aufgrund fehlender Übereinstimmungen mit den bisher genannten Arten und wegen einiger sonst nicht auftretender Sondermerkmale möchte ich diese Einzelvertreter in einer Sammelgruppe Gummotheria imperfecti (Unvollständige Gummitiere) zusammenfassen. Dazu gehören :
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Gummobombom biotopi (Öko-Gummis)

Tropifrutti mixti mit allen Unterarten (Tropenfrüchte)

Elastocola flaschoides (Cola-Fläschchen)

   
  Die bisherige Systematik hat noch keinen Platz für die oben genannten Formen. Durch weitere Forschungen lassen sich sicher aus dieser Sammelgruppe noch einige aufgrund ihrer Merkmale gut charakterisierbare Arten abgrenzen. Die Familie Elastocola wird zur Zeit auch noch aus einem anderen Grund von den Wissenschaftlern sehr intensiv bearbeitet. Verschiedentliches Auftreten von E330- Kristallisaten auf der Oberfläche mancher Individuen [private Mitteilung Dr. Eyermann] könnten einen Hinweis darstellen auf mögliche Verwandtschaft zum Elastoflavus-Formenkreis. Auch wenn die äußere Form eine nähere Verwandtschaft nicht nahelegt, könnten feinstrukturelle Untersuchungen oder eine differenzierende Untersuchung post-sirupöser Morophogenese-Vorgänge die Verwandtschaftsverhältnisse dieses interessanten Faunenkreises erhellen.

Besonders auffallend ist der relativ deutliche Größenunterschied verschiedener Formen, über den zur Zeit noch spekuliert wird. Sollte sich der Verdacht des großen Forschers Van-der-Bärchi bestätigen, dann könnte es sich bei den kleineren Formen um Larvenstadien handeln, während die großen Formen dann wohl als nicht überlebensfähige Endglieder einer evolutionären Fehlanpassung betrachtet werden können. Vielleicht werden die noch unbekannten Zwischenformen eines Tages gefunden.

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Heiko Leuchtenstern
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