Nicht alle Beiträge, die uns von begeisterten Gummiären-Fans zugesandt werden, sind ausgereifte Forschungsprojekte. In der Rubrik "Kurzmitteilungen" werden Beiträge veröffentlicht, die interessante Meinungen, Beobachtungen, Anregungen u. ä. darstellen und somit einen wertvollen Beitrag für die Gummibären-Forschung leisten.
Die Stellung der Gummibären im Recht - ein Diskussionsbeitrag von Verena Grundmann
Sehr geehrte Gummibärenforscherinnen und -forscher,
mit Freude habe ich zu Kenntnis genommen, daß sich nun auch eine Gruppe
innovativer WissenschaftlerInnen der Erforschung dieses bisher zu Unrecht
vernachlässigten Gebietes widmet. Wie ich sehe, haben sie sich an die
Problematik der Stellung der Gummibären im Recht bisher noch nicht herangewagt.
Verständlich, tun sich hier doch ungeahnte Schwierigkeiten auf:
Zunächst stellt sich die frage nach der Rechtsnatur des Gummibärchens.
Niemand wird ernstlich vertreten wollen, Gummibären wären Sachen im Sinne des §
90 BGB, oder gar vertretbare Sachen nach § 91 BGB. Eine derartig
gummibärverachtende Betrachtungsweise verbietet sich offensichtlich. Behandelt man sie
jedoch analog den Personen nach § 1 ff. BGB, ergeben sich erhebliche
Probleme. Sexuelle Handlungen wären ihnen erst im Alter von 16 Jahren gestattet.
Nun kann man zwar davon ausgehen, daß Gummibären zu diesem Zeitpunkt
knackiger sind, als je zuvor, aber wie ist das mit dem Exhibitionismus? Machen sich
die männlichen Gummibären nicht permanent strafbar nach § 183 StGB? Der
Einwand, sie handelten vielleicht nicht vorsätzlich, begegnet ernstlichen
Zweifeln. Sie legen es doch geradezu darauf an, Reizschocks zu produzieren und
Begierden zu wecken, wenn sie sich derart entblößt zeigen. Und das vor Kindern!
Sie werden, liebe Freundinnen und Freunde, mir zustimmen, daß den
Gummibären endlich die bürgerlichen Grundfreiheiten zustehen müssen. Das
Demonstrationsrecht, das Wahlrecht, das Asylrecht (ja, es gibt wegen ihrer Farbe
besonders verfolgte Gummibären)...
Aber wenn wir ihnen die Unverletzlichkeit der Wohnung garantieren, können
Gummibärtüten zukünftig nur noch mit Strafbefehl geöffnet werden...
Das verbietet sich aus Gründen der teleologischen Rechtsfolgenbetrachtung:
Es entstünde ein unverantwortbares Gummibären-Monopol bei den
Strafverfolgungsbehörden und die Neigung, Gummibären zu kriminalisieren, würde ins
unermeßliche steigen...
Die gesamtgesellschaftlichen Folgen wären unabsehbar.
Zum anderen wird die Forderung aufkommen, zusammen mit der Verleihung der
bürgerlichen Rechte, ihnen auch die dazugehörigen Pflichten aufzuerlegen.
Die Wehrpflicht beispielsweise. Die Forderung nach "Armeen aus Gummibärchen"
wurde ja bereits vor Jahren von H. Grönemeyer in seinem Diskussionsbeitrag
mit dem Titel "Kinder an die Macht" erhoben. Wollen wir uns dem wirklich
anschließen? Über mögliche Militanz von Gummibärchen ist derzeit nichts bekannt.
Können wir hoffen, daß sie sich der antimilitaristischen Bewegung
anschließen und ihr entscheidenden Zuwachs verschaffen?
Auch im Bereich des Familienrechts ergeben sich Fragen: Neigen Gummibären
zur Paar- oder Gruppenbildung? Wenn ja, sollten wir dann nicht ernsthaft
über den rechtlichen Schutz zwischengummibärlicher Beziehungen nachdenken? Sie
könnten daraus Vorteile ziehen, z. B durch das Nachzugsrecht, also dem
Recht, dem Partner an seinen neuen Aufenthaltsort außerhalb der Tüte nachfolgen
zu dürfen... Anderseits besteht die Gefahr, daß wir den von Natur aus wohl
eher in anarchistischen Traditionen verhafteten Wesen mit den ehelichen
Unterhaltsverpflichtungen ein System überholter bürgerlicher Abhängigkeiten
aufdrücken, das ihren Lebensvorstellungen so wenig gerecht wird, wie den der
meisten Menschen....
Sie sehen, die auftauchenden Fragen bedürfen einer gründlichen
juristischen Prüfung. Ich hoffe, mit diesen Bemerkungen einen Impuls an die
juristischen Kolleginnen und Kollegen gegeben zu haben, sich dieser brisanten Thematik
in Zukunft verstärkt zu widmen.
Ich danke Ihnen.
Verena Grundmann
Lieber Doktor Gummibär,
wie erst jetzt aus Ethnologenkreisen verlautet wurde sind auch auf der Insel
Dobu (Milne Bay Province, Papua New Guinea) die Kinder scharf auf Gummibären.
Das Foto im Anhang zeigt die kleine Rhona Daniel, etwa 2 Jahre, mit einer
Tüte, glücklich über die seltene Süßigkeit (die sie von mir testen durfte).
Da in PNG noch keine Haribo-Produkte erhältlich sind sollte sich die deutsche
Entwicklungshilfe für eine entsprechende Marktöffnung einsetzen. Dafür sind
die Kinder sicherlich solange dankbar, wie sie noch keine Karies haben...
viele Grüße,
Ihre Susanne Kühling
(siehe auch den Beitrag von Dr.Verena Keck & Prof. Dr. Jürg Wassmann)
Hans-Peter Wallner schrieb:
Also ich kann eurer Theorie über die farbliche Veränderung, die bei
Gummibaeren zu beobachten ist nicht zustimmen. Vielmehr bin ich der
Überzeugung, dass sich die vielen Unterschiede bei den Farben ganz einfach
mit Ihrer Herkunft zu tun haben. Was dass bedeutet, ist von eminenter
Auswirkung auch auf unser Sozialverhalten, denn egal ob Gummibären nun grün,
gelb, weiß, rot oder orange sind, sie können in dem eingeengeten Millieu
eindeutig in sozialem Frieden leben.
Ich habe noch keine Gummibären erlebt, die sich untereinander bekriegen würden. Allerdings ist mir die Bedeutung der Farben auch noch nicht ganz klar, denn es spricht einiges für sich, dass diese farblichen Unterschiede wohl auch neben ihrer Herkunft auch geschlechtsspezifische Merkmale sein können. Damit ließe sich auch die Existenz der ominösen orange Gummibären klären, die durch die Kreuzung gelber mit roten Gummibären entstehen. Die Weißen sind mir etwas z ufarblos, was ihre Abstammung betrifft, allerdings könnten sie einer speziellen Gattung von Zwittern angehören.
Soweit erstmal meine Gedanken dazu, wäre froh einige Thesen zu hören
Sehr geehrtes Forschungsteam, sehr geehrte Damen und Herren Kollegen,
erst heute habe ich von Ihrem ungemein interessanten, ich möchte sagen fundamentalen Studien zur Gummibärchenforschung erfahren. Seit mehr als fünfundzwanzig Jahren befasse ich mich mit der Erforschung von Phänomenen der Schöpfung von Kunstlebewesen durch den kreativen Menschen, das sich in meiner Arbeit über die grundsätzliche Typologie der konstruierten Menschabbilder niedergeschlagen hat (Schelnberger, Carl W., Kloßkörper und Gliedkörper, Korschenbroich 1968). In meinen Studien habe ich nachgewiesen, daß die Phantasie der Kunstlebenwesen neben den phototypischen Phantasien sich in zwei grundsätzliche Kunstformen gliedern läßt: den Kloßkörpern (typisiert vertreten im "Gilb") und den Gliedkörpern ("Strichmännchen") (s. Schelnberger, Carl W., Comments on Richter, in: Proceeds towards a general system of beeings, UCLA Papers in Human Sciences 1968).
Unklar ist mir die Zuordnung der Erscheinungsformen der Gummibären. Ganz offensichtlich weist die Materialisierung auf einen Typus der Kloßkörper hin, obwohl die typischen Erscheinungsformen, der massige unförmige Körper und die nur duodimensionalen Gliedmaßen hier nicht vertreten sind (vgl. Schelnberger, Carl W., Das HB Männchen, RFWU Bonn, Psychopathologisches Seminar, 1973, ders., AIDA effect and simple structures of human self consciousness, Mc Graw Hill 1976).
Mich würde sehr interessieren, ob in diese Richtung bereits Ergebnisse zur Typologie und Rassenkunde des Gummibären vorliegen.
Mit vorzüglicher kollegialer Hochachtung
Carl W. Schelnberger
Yonathan, Wisc.


Blaue Gummibärchen (Christian Simon)
Die Bemerkung, dass blaue Gummibärchen nie zu den tragenden Säulen der Gummibären-Gesellschaft gehörten (siehe Sozialverhalten der Gummibärchen), ist so nicht ganz richtig. In seinem Werk „Historien gummiartiger Lebewesen“, auf den Seiten 12789 bis 13002 beschreibt G. Leh diesen Fakt genauer:
Als sich die Gummibären begannen, aufrecht zu sitzen, gab es immer wieder Streitigkeiten wegen der Sitzordnung. Lehs Quellen zufolge organisierte sich eine Gruppe Gummibärchen, in der alle Farben vertreten waren, um diese Streitigkeiten zu unterbinden. Damit sie in der Öffentlichkeit nicht auffielen, bestrichen sie sich mit blauer Lebensmittelfarbe und agierten immer verdeckt. Damit die Aufmerksamkeit nicht zu sehr auf diese Gruppe gelenkt wurde, verhielten sich Mitglieder, die in der Öffentlichkeit gesehen wurden, wie Penner. Diesen wird ja bekanntermaßen nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt; hiermit lässt sich allerdings der schlechte Ruf erklären.
Die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe wurde vererbt. Da die Farbe langsam in die Gene der Gummibären eindrang, wurde das Bestreichen des Nachwuchses unnötig.
Leider kam es eines Tages zu einem Unfall: Während einer Vollversammlung in einer handelsüblichen Tüte wurden sämtliche Mitglieder von einem gummibärensüchtigen Menschen aufgegessen.
Die grünen Nachkommen dieser blauen Ordnungshüter haben das Amt ihrer Ahnen übernommen. Sie verstecken sich nicht, wenn sie frei haben, agieren aber immer noch verdeckt.
Hallo,
ich habe gerade einen Besuch bei gummibaeren-forschung.de gemacht und finde die website sehr originell !!!
Ich habe mich vor knapp zehn Jahren auch mit dem Thema Gummibärchen befaßt, das Resultat mein Ölgemälde "DIE RACHE DER GUMMIBÄRCHEN", von dem ich Ihnen im Anhang ein Foto schicke.
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihrer Website.
HERZliche Grüße
Pèro

Anlass zu diesen Gedanken gab mir die Entdeckung des Ursus elasticus arcticus (Linde, Liebherr et al.).
Die dort beschriebene perfekte Anpassung an die Umgebung (5°C bzw. -20°C Körpertemperatur und erhöhte
Härte des Körpers) lassen vermuten, dass es dem Gummibären möglich ist, auch in anderen
Klimazonen zu existieren.
Das Vorkommen einer eigenen Art in Papua-Neuguinea ist bereits belegt
(Zur Kontroverse um die Gummibärchen in Papua New Guinea).
Es ist mir auch eine morphologische Änderung als Anpassung an die Umgebung bekannt.
Bei gleicher Farbgebung und Grösse waren Gummibären in der Gestalt von Flugzeugen auf dem Flughafen Tegel
(Berlin) am Lufthansa-Schalter in 1996 begegnet. Ob es sich dabei um eine spontane Mutation handelt ist mir nicht
bekannt.
Das im Beitrag von Heike Gerdes (Meilensteine der Gummibärchen-Forschung) angesprochene
'Im Wasser krankhaft angequollenes Gummibärchen' kann aber auch als der Versuch der Anpassung an einen neue
Umgebung gedeutet werden. Als Analogon sei an die Grösse und das Volumen des im Wasser lebenden Wals erinnert.
Wenn ich die oben angeführten Beispiele richtig deute, so ist ein Prozess zu Anpassung an andere Lebensräume im Gange, der es den Gummibären erlaubt, auch ausserhalb der Tüte zu überleben.
MfG Dietmar G. Bayer